Wien (OTS) – In einem ehemaligen Holz-Stadel auf dem Areal der
Kleinen Stadtfarm
in Wien-Donaustadt betreibt das Wiener Unternehmen Hut & Stiel eine
hochmoderne Produktionsstätte für Austernpilze und Igelstachelbart-
Pilze in Bio-Qualität. Hier zeigt sich, wie Kreislaufwirtschaft in
der Stadt funktionieren kann: Frische Pilze, die nicht verkauft
werden konnten, nimmt das Wiener Unternehmen zurück und verarbeitet
sie zu neuen, haltbaren Produkten. Möglich wurde das auch durch
Unterstützung von OekoBusiness Wien, das Beratungsprogramm der Stadt,
das das Unternehmen beim Aufbau von Verpackungslösungen sowie bei der
Vermeidung von Lebensmittelabfällen beraten hat. Klimastadtrat Jürgen
Czernohorszky machte sich beim Besuch vor Ort ein Bild davon.
Was vor über zehn Jahren als Start-up im universitären Umfeld
begann, hat sich zu einem erfolgreichen landwirtschaftlichen Betrieb
mit mehr als zehn Mitarbeiter*innen entwickelt. Auf einer kleinen
Fläche in der Donaustadt sowie an einem zweiten Standort in
Klosterneuburg produziert Hut & Stiel mit enormer Effizienz:
Innerhalb weniger Wochen entstehen mehrere Tonnen Pilze, die dann an
Gastronomiebetriebe, Märkte und Würstelstände in Wien geliefert, zu
Speisen verarbeitet oder als Pilz-Zuchtsets für daheim angeboten
werden. Nicht verkaufte Ware wird vom Unternehmen zurückgenommen und
nach sorgfältiger Qualitätskontrolle weiterverarbeitet, etwa zu Bio
Wiener Pilzwürstel oder Bio Wiener Pilz Pesto. Auch das verwendete
Substrat – Sägemehl, Kaffeesatz und Stroh – stammt aus lokal
vorhandenen Ressourcen, wird am Ende des Produktionsprozesses
kompostiert und schließlich zu Dünger weiterverarbeitet.
Für Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky ist Hut & Stiel ein
Paradebeispiel dafür, wie urbane Landwirtschaft und
Kreislaufwirtschaft in Wien zusammenfinden: „Hut & Stiel zeigt
eindrucksvoll, wie mithilfe von lokal verfügbaren Reststoffen wie
Sägemehl hochwertige Bio-Lebensmittel entstehen – mitten in der Stadt
und mit kürzesten Transportwegen. Und wie nicht verkaufte
Lebensmittel nicht im Müll landen, sondern zu neuen Produkten
weiterverarbeitet werden können. Das ist gelebte Kreislaufwirtschaft
und ein wichtiger Beitrag zu einer klimafitten Stadt.“
Zwtl.: Urban-Farming mitten in Wien
Hut & Stiel betreibt auf einer Fläche der MA 49 moderne, urbane
Landwirtschaft und schließt dabei auch Kreisläufe. Bewirtschaftet
wird nach den Kriterien des biologischen Landbaus, gepflegt wird
praktisch ausschließlich händisch. Manuel Bornbaum, Geschäftsführer
von Hut & Stiel setzt sich aktiv für Wiener Landwirtschaft und
Gemeinschaft ein: „Für uns bedeutet urbane Landwirtschaft,
Verantwortung für die Stadt und ihre Ressourcen zu übernehmen – von
der Herstellung bis zur Verwertung. Mit unseren Projekten zeigen wir,
dass sich ökologische Kreisläufe auch mitten in Wien schließen
lassen.“
Seit 2023 ist Hut & Stiel zudem zertifizierter Betrieb für
„Schule am Bauernhof“ und vermittelt Wiener Schulkindern Wissen und
Erlebnisse rund um Natur und Landwirtschaft.
Zwtl.: „Pilz-Loop“: Weniger Verpackung, weniger Lebensmittelabfall
Gemeinsam mit der SPAR Warenhandels AG realisiert Hut & Stiel das
Projekt „Pilz-Loop“: Ware, die an den Lebensmittelhandel geliefert,
aber nicht verkauft wurde, wird zurückgenommen, statt im Abfall zu
landen. Im Rahmen des Projekts wurde eine Verpackung für Frischpilze
entwickelt, die im Logistiksystem von Hut & Stiel und in SPAR-
Filialen zum Einsatz kommt. Fachlich begleitet wurde dieser Prozess
von OekoBusiness Wien-Beraterin Andrea Lunzer vom Future Proof
Studio, Expertin für Verpackungslösungen im Lebensmittelhandel und
den Aufbau von Mehrwegsystemen. Berücksichtigt wurden dabei unter
anderem Hygieneanforderungen, die Verpackungsverordnung,
Kennzeichnungspflichten, Kund*innenakzeptanz und Produktqualität.
Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky: „OekoBusiness Wien hilft
Wiener Betrieben wie Hut & Stiel dabei, kreislauforientierte Lösungen
zu entwickeln, die im Alltag tatsächlich funktionieren und so ein
Unternehmen auch wirtschaftlich erfolgreich machen. Genau diese Art
der Beratung braucht es, um Wiener Betriebe und damit unsere Stadt in
eine nachhaltige Zukunft zu führen.“
Zwtl.: Über OekoBusiness Wien – Wirtschaften fürs große Ganze
OekoBusiness Wien ist das Umwelt-Service-Paket der Stadt Wien für
Wiener Unternehmen. 1998 von Stadt Wien – Umweltschutz ins Leben
gerufen, unterstützt OekoBusiness Wien Unternehmen bei der Umsetzung
von umweltrelevanten Maßnahmen und trägt dazu bei, Betriebskosten zu
senken. Gemeinsam mit erfahrenen Umweltberater*innen werden
Einsparpotenziale identifiziert, um Schritt für Schritt den
Energiebedarf, das Abfallaufkommen oder den Ressourceneinsatz zu
reduzieren. Damit leistet OekoBusiness Wien einen wesentlichen
Beitrag zur Erreichung der Wiener Klimaziele. Kofinanziert wird das
Programm aus den Mitteln der Stadt Wien, der Wirtschaftskammer Wien
und des Klima- und Energiefonds im Auftrag des Bundesministeriums für
Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und
Wasserwirtschaft. Weitere Unterstützung erfolgt durch Arbeiterkammer
Wien, ÖGB, Stadt Wien – Gewerbetechnik, Feuerpolizei und
Veranstaltungen (MA 36), Wirtschaftsagentur Wien und respACT. Seit
März 2021 hat OekoBusiness Wien auch einen eigenen Podcast. Alle
Folgen von ‚ Dreiviertel Zwöl f‘ können auf den gängigen Podcast-
Plattformen sowie hier gehört werden. Weitere Informationen sowie
alle teilnehmenden Betriebe finden Sie auf: www.oekobusiness.wien.at
und http://unternehmen.oekobusiness.wien.at
Pressebilder zu dieser Aussendung sind in Kürze unter
https://presse.wien.gv.at/bilder abrufbar. (Schluss)