Graz (OTS) – Ein Preis für gelebte Demokratie: Der neue
Steiermärkische
Toleranzpreis, verliehen von einer zivilgesellschaftlichen Initiative
und einer zwölfköpfigen Jury, macht sichtbar, wie gesellschaftliches
Zusammenleben im Alltag gelingt. Im Mittelpunkt steht nicht die
Bewertung von Haltungen, sondern die Anerkennung gelebter Praxis:
Projekte, die Brücken bauen, Unterschiedlichkeit konstruktiv
gestalten und einen Beitrag zum demokratischen Zusammenleben leisten.
„Mit dem Steiermärkischen Toleranzpreis wollen wir als
zivilgesellschaftliche Initiative sichtbar machen, dass
demokratisches Zusammenleben dort entsteht, wo Menschen Verantwortung
übernehmen und im Alltag konkrete Formen des Miteinanders gestalten“
, sagt Initiator Michael Axmann , Vorsitzender des Vereins zur
Vergabe des Steiermärkischen Toleranzpreises.
Zwtl.: Hauptpreis: Gewaltprävention und Demokratiebildung in Schulen
Der Hauptpreis geht an die ARGE Jugend – Fachstelle für
Gewaltprävention für das Projekt „Perspektivenwechsel“. Seit zehn
Jahren arbeitet das durch das städtische Integrationsamt geförderte
Projekt mit Schulen in Graz und entwickelt Programme für
Mittelschulen und Polytechnische Schulen. Jugendliche, Lehrkräfte und
Eltern werden gleichermaßen einbezogen, um demokratische Werte,
Respekt und den konstruktiven Umgang mit Vielfalt im Schulalltag zu
stärken. Die Jury würdigt insbesondere den praxisnahen Ansatz:
Demokratie wird nicht abstrakt vermittelt, sondern im Alltag erlernt
– dort, wo junge Menschen Haltung entwickeln und Konflikte bewältigen
müssen. Das Preisgeld von 25.000 Euro soll die Ausweitung des
Projekts auf weitere Regionen in der Steiermark ermöglichen.
Zwtl.: Förderpreis: Inklusive künstlerische Ausbildung
Ein Förderpreis geht an die Theaterakademie von LebensGroß in
Graz. Die 2023 gegründete Theaterakademie ist Österreichs erste
professionelle Bühnenausbildung, die künstlerische Ausbildung
konsequent mit Inklusion verbindet. Menschen mit psychischen,
kognitiven oder körperlichen Beeinträchtigungen erhalten eine
umfassende Ausbildung in Schauspiel, Tanz, Musik, Sprache und
kreativem Schreiben. Im Mittelpunkt steht künstlerisches Potenzial –
unabhängig von individuellen Voraussetzungen. Die Jury hebt hervor,
dass die Akademie Inklusion nicht als Konzept, sondern als gelebte
künstlerische Praxis versteht und damit neue Perspektiven für die
Kulturlandschaft eröffnet.
Zwtl.: Förderpreis: Begegnung im Alltag
Der zweite Förderpreis geht an den Grazer Verein gemma! –
GEMEINSAM MACHEN. Seit 2016 schafft der Verein niederschwellige
Begegnungsangebote für Menschen mit und ohne Migrationsbiografie.
Aktivitäten wie gemeinsames Kochen, Sport, Kulturveranstaltungen und
Sprachförderung schaffen Räume für Austausch und Teilhabe. Unter dem
Leitgedanken „Begegnung verändert alles“ entstehen Orte, an denen
Menschen unterschiedlicher Herkunft und Generationen
selbstverständlich zusammenkommen. Die Jury würdigt insbesondere den
niedrigschwelligen Zugang und das hohe ehrenamtliche Engagement, das
gesellschaftlichen Zusammenhalt im Alltag nachhaltig stärkt.
Jury-Vorsitzende Heidrun Primas : „Toleranz zeigt sich nicht in
Worten, sondern in der Bereitschaft, einander wirklich zu begegnen.
Die prämierten Projekte schaffen genau solche Räume – und tragen
damit entscheidend zu einem respektvollen und demokratischen
Zusammenleben bei.“
Der Steiermärkische Toleranzpreis wurde vor dem Hintergrund
zunehmender gesellschaftlicher Polarisierung als
zivilgesellschaftliche Initiative eingeführt. Er soll demokratische
Kultur vor Ort stärken und wird künftig alle zwei Jahre vergeben, um
zivilgesellschaftliches Engagement in der Steiermark sichtbar zu
machen.
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Jury: Heidrun Primas (Vorsitzende und Sprecherin), Michael
Axmann, Johannes Beurle, Mehmet Celebi, Suzana Djukic, Kristina
Edlinger-Ploder, Eva Heigl, Margot Hohl, Peter Riedler, Georg
Schneider, Stefanie Schwarzl-Ranz, Stefan Storr.
Sponsoren: Steiermärkische Sparkasse, Grazer Wechselseitige
Versicherung, Styria Media Group.
Gründungskomitee: Michael Axmann, Anna Badora, Andreas Gjecaj,
Daniela Grabovac, Lisz Hirn, Alexander Hirtzi, Wilhelm Krautwaschl,
Gerd Kronheim, Andrea Kurz, Hubert Patterer, Gilbert Prilasnig,
Heidrun Primas, Stefan Storr, Stefanie Schwarzl-Ranz, Aglaia
Szyszkowitz, Bettina Vollath, Julia Zotter.
Fakten auf einen Blick:
– erstmalige Vergabe: 2026, in weiterer Folge alle zwei Jahre bei
wechselndem Jury-Vorsitz
– ausgezeichnet werden Projekte und Organisationen
– Ziel: Stärkung von Demokratie, Menschenwürde und gesellschaftlichem
Zusammenhalt
– Preisgeld: 25.000 Euro (Hauptpreis), zwei Förderpreise à 7.500 Euro
– Preisverleihung: 13.11.2026, Aula der Karl-Franzens-Universität
Graz
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