Wien (OTS) – Das ist besonders in der deutschen Autowirtschaft zu
sehen. Zunächst
unterwarf man sich den Chinesen, dann den Amerikanern, die sich alle
die Chance nicht nehmen ließen, den Technologievorteil umzukehren und
damit die Autohersteller zu devastieren.
Derweilen suchen die Chefitäten in den Vorstandsetagen die Schuld
bei den anderen, obwohl sie selbst die Initiatoren sind. Von blinder
Gier nach Wachstum getrieben, überblicken sie die Marktrealität nicht
mehr.
Also wird immer rücksichtsloser Jobabbau betrieben. Mit
Firmenverkäufen wie zuletzt Volkswagens Verkauf von Everllience,
vormals MAN Energy Solutions, werden jene Milliarden Euro lukriert,
um den teuren Personalabbau im Gesamtkonzern finanzieren zu können.
Nach dem Ausverkauf folgt der Kahlschlag. Kein Stein wird auf dem
anderen bleiben – der avisierte Totalumbau in einen veritablen
Schrumpfungsprozess münden.
Bleibt zu hoffen, dass die Volkswagen-Chefetage dabei nicht auch
ihr Filetstück Porsche Holding abstößt. Der bislang äußerst
erfolgreiche Salzburger Autovermarkter ist weltweit vertreten, die
Chinesen zum Beispiel wären mit einem Schlag auch im Autohandel eine
Marktmacht.
Zu krude gedacht! Mag sein, aber was ist in Deutschlands
führenden Autokonzernen nach all den Geschehnissen noch unmöglich?
2017 verkaufte die Porsche Holding ihre 275 Niederlassungen
umfassende PGA-Mehrmarkensparte an die Schweizer Emil Frey-Gruppe.
Mercedes-Benz hat ihre Standorte versilbert. Keinen Insider würde es
wundern, wenn in den Konzernzentralen alle Dämme brechen, um den
Aktionären ihre Pfründen zu sichern. Das Schicksal der Belegschaft
muss zunächst unter der aggressiven Ignoranz der Aktionäre
eingeordnet werden.
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