Wien (OTS) – Erstmals vergibt das Kunst- und Kulturministerium ein
Stipendium für
die Pflege, Erhaltung, Beforschung und Vermittlung österreichischer
Filmkultur. Eingereicht werden können Arbeitsvorhaben, die zur
österreichischen Filmkultur beitragen und eine fundierte
Auseinandersetzung mit der österreichischen Filmgeschichte und
Theorien des Films voraussetzen sowie auf eine Revision der Bilder
abzielen.
Mit dem Namen, Elisabeth Büttner, erinnert das Stipendium an die
Verdienste der Filmwissenschafterin Univ.-Prof. Dr. Elisabeth Büttner
M.A. (1961-2016), die 2007 zur ersten Professorin für
Filmwissenschaft Österreichs an das Institut für Theater- Film- und
Medienwissenschaft berufen wurde und das Nachdenken über die
Kunstform Film, den österreichischen Film und seine Geschichte
maßgeblich prägte. Für ihre gemeinsam mit Christian Dewald verfasste
zweibändige Geschichte des österreichischen Films „Das tägliche
Brennen. Eine Geschichte des österreichischen Films von den Anfängen
bis 1945“ sowie „Anschluss an Morgen. Eine Geschichte des
österreichischen Films von 1945 bis zur Gegenwart“ wurde Büttner 2023
mit dem „Victor-Adler-Staatspreis für Geschichte sozialer Bewegungen“
ausgezeichnet. Die Bände sind heute ein Standardwerk.
„Die Geschichte der Gegenwart ist eine der bewegten Bilder. Film
prägt unsere Zeit maßgeblich und ist zugleich ein Werkzeug, um unsere
Zeit besser verstehen zu können. Bilder kritisch zu befragen, zu
reflektieren und zu vermitteln ist ein essenzieller Teil kultureller
Bildung. Mit ihrer Forschung und Lehre stand die Namensgeberin
Elisabeth Büttner für eine kritische und vielschichtige
Auseinandersetzung mit Bildern. Ein Zugang, den unsere Gesellschaft
gegenwärtig dringend benötigt!“, so Vizekanzler und Kulturminister
Andreas Babler.
Zwtl.: Ausschreibung im August, Einreichung ab September
Unterstützt werden insbesondere Arbeits- und Studienaufenthalte,
(künstlerische) Forschung, Erarbeitung von Programmreihen, Workshops,
Ausstellungen, Publikationen und Filmvermittlungsangeboten etc. Das
Stipendium richtet sich an Kurator:innen, Archivar:innen,
Programmierer:innen, Wissenschafter:innen und Vermittler:innen im
Bereich Film, die die österreichische Staatsbürgerschaft besitzen
oder ihren ständigen Wohnsitz in Österreich haben. Die Ausschreibung
erfolgt im August. Die maximale Stipendien-Dauer ist auf 6 Monaten
festgesetzt, die Höhe mit 1.500 Euro pro Monat für die Umsetzung im
Inland respektive 2.000 Euro pro Monat für die Umsetzung im Ausland.
Die Einreichfrist ist von 1. September bis 31. Oktober 2026
festgesetzt. Die Vergabe erfolgt durch eine Fachjury.
Zwtl.: Kostenneutralität und Verwaltungsvereinfachung
Das Elisabeth-Büttner-Stipendium ist aus der Neuausrichtung der
bisherigen Auslandsstipendien der Filmabteilung hervorgegangen, es
werden keine zusätzlichen Mittel für die Umsetzung benötigt. Für die
künstlerische Arbeit mit Film steht im Sinne der
Verwaltungsvereinfachung und der Vermeidung von Mehrfachangeboten
weiterhin das Förderprogramm Innovative Film, insbesondere die
Förderung von Projektentwicklungen, zur Verfügung.