Wien (OTS) – Milliardenumsätze für die FIFA, Hürden für Fans und
Sportler sowie
anhaltende Kritik an Arbeitsbedingungen rund um das Großturnier: Für
die younion _ Sportgewerkschaft steht die Weltmeisterschaft 2026
erneut für eine Schieflage zwischen wirtschaftlichen Interessen und
sozialer Verantwortung. Die Gewerkschaft fordert faire Bedingungen
für alle Beschäftigten rund um die WM sowie bessere arbeits- und
sozialrechtliche Standards für Fußballer:innen in Österreich.
Zu Gast bei Feinden
„Bei der Männer-WM scheint alles möglich zu sein. Milliarden an
Sponsorengeldern, riesige Marketingkampagnen und Luxusveranstaltungen
rund um die Turniere. Gleichzeitig kämpfen viele Spieler:innen
abseits der internationalen Topligen um faire Bedingungen, sichere
Verträge und finanzielle Stabilität“, so Stefanie Enzinger,
Fußballbeauftragte der younion _ Sportgewerkschaft.
Die FIFA nehme dabei in Kauf, bei autoritären Tendenzen, sozialer
Ungleichheit oder problematischen Arbeitsbedingungen wegzusehen,
solange die wirtschaftlichen Interessen stimmen. Für die Gewerkschaft
stellt sich die WM 2026 in eine Reihe von Großturnieren, die von
Berichten über prekäre Arbeitsbedingungen und die Ausbeutung von
Beschäftigten zeugen.
Event für die oberen zehn Prozent
Enzinger kritisiert außerdem, dass die Weltmeisterschaft
zunehmend nur noch für privilegierte Gruppen zugänglich werde:
„Fußball lebt von Vielfalt und internationalem Austausch. Wenn
Menschen bei Einreisen wegen ihrer Herkunft, politischen Ansichten
oder finanziellen Möglichkeiten ausgeschlossen werden, widerspricht
das dem Grundgedanken des Sports.“
Auch aus österreichischer Sicht beobachtet die Sportgewerkschaft
diese Entwicklungen mit Sorge. Viele Fans und Amateurvereine
hierzulande würden internationale Turniere als verbindendes Erlebnis
sehen. „Sport darf kein Luxusprodukt für die oberen zehn Prozent
werden“, betont Thomas Pichlmann, Fußballbeauftragter der younion _
Sportgewerkschaft. Fußball müsse für alle zugänglich bleiben, auf dem
Platz ebenso wie auf den Tribünen.
Langfristige Investitionen
Die Sportgewerkschaft verbindet die Debatte rund um die WM daher
mit konkreten gewerkschaftlichen Forderungen für den Fußball in
Österreich. Dazu zählen faire und transparente Vertragsbedingungen,
stärkere soziale Absicherung für Spieler:innen, der Ausbau von
Kollektivverträgen im Fußball sowie bessere arbeitsrechtliche
Standards, insbesondere für junge Sportler:innen und den
semiprofessionellen Bereich.
Zudem fordert die younion langfristige Investitionen in
nachhaltige Strukturen im Fußball statt kurzfristiger
Millionenevents. „Es braucht mehr Unterstützung für jene, die den
Fußball täglich tragen: Spieler:innen, Vereine, Nachwuchsarbeit und
Beschäftigte im Sportbereich“, so Pichlmann.