Wien (OTS) – Die Österreichische Privatuniversitätenkonferenz (ÖPUK)
setzt ihre
Mitarbeit an der laufenden Hochschulstrategie vorläufig aus. Damit
setzt die ÖPUK ein bewusstes Zeichen der Solidarität mit der
Universitätenkonferenz uniko und den öffentlichen Universitäten
Österreichs.
Die österreichischen Privatuniversitäten sind in vielfacher Weise
mit dem öffentlichen Hochschulsektor verflochten. Zahlreiche
Mitgliedsinstitutionen der ÖPUK werden selbst öffentlich finanziert
oder kofinanziert. Darüber hinaus bestehen enge Kooperationen mit
öffentlichen Universitäten in Forschung, Lehre und Entwicklung
gemeinsamer Studienangebote – etwa im Bereich der Lehramtsstudien,
kooperativer Doktoratsprogramme oder gemeinsamer Forschungsprojekte.
Budgetäre Kürzungen und strukturelle Schwächungen des staatlichen
Hochschulbereichs treffen daher das gesamte österreichische
Hochschulsystem und gefährden gewachsene Kooperationen, die
wesentlich zur Qualität und internationalen Sichtbarkeit des
Wissenschaftsstandorts beitragen.
Die ÖPUK sieht darüber hinaus in der jüngst geplanten Novelle des
Hochschulgesetzes sowie des Hochschul-Qualitätssicherungsgesetzes ein
problematisches Signal. Während im Rahmen der Hochschulstrategie
gemeinsam an einer Weiterentwicklung des Gesamtsystems gearbeitet
werden soll, droht durch derartige parallele gesetzliche Maßnahmen
die institutionelle Asymmetrie im Hochschulsektor weiter verstärkt zu
werden. Das untergräbt das Vertrauen in einen strategischen Prozess,
der gerade auf Kooperation, Abstimmung und die Verantwortung für das
große Ganze angewiesen wäre.
„Wer ernsthaft an einer gemeinsamen Hochschulstrategie arbeitet,
darf nicht gleichzeitig Rahmenbedingungen schaffen, die einzelne
Sektoren strukturell benachteiligen oder bestehende Ungleichgewichte
weiter verschärfen. Das ist gegenüber all jenen, die sich in diesen
Strategieprozess mit großem Engagement einbringen, nur schwer
vermittelbar“, betont Martin Rummel, Vorsitzender der ÖPUK. „Die
österreichischen Hochschulen stehen in Forschung, Nachwuchsförderung
und Lehre in enger wechselseitiger Verantwortung. Wenn ein Teil des
Systems verändert wird, betrifft das letztlich den gesamten
Hochschulstandort.“
Die ÖPUK ist überzeugt, dass langfristige Strukturfragen des
österreichischen Hochschulsystems nur in einem Klima gegenseitigen
Respekts und auf Basis fairer Rahmenbedingungen bearbeitet werden
können. Partikularinteressen einzelner Sektoren sollten in einer
Phase gemeinsamer Strategieentwicklung hintangestellt werden. Gerade
jetzt braucht es ein gemeinsames Bekenntnis zu einem starken,
vielfältigen und kooperativen Hochschulraum Österreich.
Die ÖPUK bleibt grundsätzlich bereit, konstruktiv an einer
gemeinsamen Hochschulstrategie mitzuwirken. Voraussetzung dafür ist
jedoch ein Prozess, der von partnerschaftlichem Umgang,
institutioneller Fairness und einem klaren Bekenntnis zur Stärkung
des gesamten Hochschulsystems getragen ist.