Fall Victoria und Joseph: Anträge auf humanitäres Bleiberecht gestellt – Ball liegt bei Karner

Wien (OTS) – Victoria und Joseph Oshakuade haben heute beim Bundesamt
für
Fremdenwesen und Asyl (BFA) neue Anträge auf ein humanitäres
Bleiberecht gestellt. Entsprechende Anträge wurden bereits in der
Vergangenheit eingebracht, allerdings ohne Erfolg.

Zuletzt signalisierte das BMI allerdings, dass der Fall neu
bewertet werden könnte. Auf APA-Nachfrage hieß es, dass in ähnlichen
Fällen in der Vergangenheit “humanitäres Bleiberecht zugesprochen und
die Abschiebung letztlich nicht durchgeführt” wurde.

Gemeinsam mit den neuen Anträgen haben Victoria und Joseph
dutzende Unterstützungsschreiben aus ihrem sozialen Umfeld, viele
Nachweise ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit, Einstellungszusagen und
arbeitsrechtliche Vorverträge, Ausbildungsnachweise und Vieles mehr
eingebracht.

Tausende bei Solidaritätskundgebungen, Petition mit fast 50.000
Unterschriften

Jetzt muss Karner, der vor wenigen Wochen trotz Widerstands noch
auf eine Abschiebung gepocht hatte, Wort halten und die neuen Anträge
fair und gerecht prüfen, unter Berücksichtigung aller Unterlagen: “
Der Ball liegt beim Innenministerium. Die überwältigende
Unterstützung, die Joseph und Victoria in den letzten Wochen erhalten
haben, spricht Bände. Joseph und Victoria gehören zu uns und sind
Teil unserer Gemeinschaft” , so der ÖH-Vorsitz, das Bündnis “Mir sein
DO!” und SOS Balkanroute geschlossen.

Zuletzt nahmen tausende Menschen an Solidaritätskundgebungen für
Joseph und Victoria teil. In Innsbruck gingen bei der Annasäule am
Samstag rund 1.500 auf die Straße, in Wien protestierten am Freitag
400 vor dem Innenministerium. Eine Petition auf mein.aufstehen.at ,
die humanitäres Bleiberecht für das Geschwisterpaar fordert,
erreichte fast 50.000 Unterschriften.

Anwalt: “Alle Voraussetzungen für Bleiberecht gegeben”

Der Anwalt von Joseph und Victoria Oshakuade, Norbert
Kittenberger, gibt sich zuversichtlich: “ Selten zuvor in meiner
beruflichen Laufbahn habe ich so gut integrierte Menschen wie Joseph
und Victoria kennen gelernt. Mir wurden umfassende Nachweise der
bilderbuchhaften Integration übermittelt. Es war eine Freude, die
neuen Anträge auszuarbeiten. Rechtlich steht positiven Entscheidungen
nichts entgegen, man muss nur wollen. ”

Was bisher passiert ist

Die beiden Geschwister, die vor über 8 Jahren aus Nigeria nach
Österreich gekommen sind, haben sich in Innsbruck ihr Leben
aufgebaut. Joseph studiert Betriebswirtschaftslehre am MCI, Victoria
macht eine Ausbildung im IT-Bereich. Obwohl sie hier Freundschaften
pflegen, ehrenamtlich tätig sind und Tirol ihr Zuhause ist, droht
ihnen eine Abschiebung in ihr Herkunftsland, zu dem die beiden keinen
Bezug mehr haben. Auf die Nachricht, dass diese unmittelbar
bevorstehen dürfte, folgte ein landesweiter Aufschrei von
Studierenden, NGOs und Politiker_innen.