Wien (OTS) – „Der vom NEOS-Bildungsminister angekündigte
Frontalangriff auf die
klassische Allgemeinbildung ist ein weiterer Schritt zur Zerstörung
unseres bewährten Schulsystems“, erklärte heute der FPÖ-
Bildungssprecher NAbg. Hermann Brückl zu den Plänen, den
Fremdsprachenunterricht zugunsten von Fächern wie ‚Informatik und
Künstliche Intelligenz‘ sowie ‚Medien und Demokratie‘ zu kürzen.
Betroffen seien sowohl die zweite lebende Fremdsprache als auch
Latein. Anstatt unsere Schüler zu fordern und zu fördern, wird die
Substanz einer Bildungsform infrage gestellt, die auf
Mehrsprachigkeit, analytischer Präzision und kultureller
Tiefenschärfe beruht. Gerade für eine Exportnation wie Österreich ist
dieser Schritt ein selbstzerstörerischer Akt“, so Brückl weiter.
„Mehrsprachigkeit ist kein Luxus, sondern eine
Schlüsselkompetenz. Wer hier den Rotstift ansetzt, beraubt unsere
Jugend ihrer Chancen und degradiert Österreich zu einem
bildungspolitischen Entwicklungsland“, betonte Brückl und weiter:
„Latein ist das exakte Gegenteil von oberflächlichem Zeitgeistwissen.
Es ist das Fitnesscenter für den Geist und fördert logisches Denken,
sprachliche Präzision und intellektuelle Disziplin. Diese Fähigkeiten
sind gerade in einer Zeit von Digitalisierung und medialer
Verflachung unverzichtbar. Die schwarz-rot-pinke Verliererkoalition
will aber offenbar keine kritisch denkenden Schüler mehr.“
„Darüber hinaus leistet Latein einen unverzichtbaren Beitrag zur
kulturellen und historischen Orientierung. Die Auseinandersetzung mit
den Wurzeln Europas vermittelt Maßstäbe für Sprache, Argumentation
und politisches Denken. Neue Inhalte dürfen nicht als Vorwand für
einen ideologischen Kahlschlag dienen. Hier wird unter dem Deckmantel
der Modernisierung ein Angriff auf die Substanz der Allgemeinbildung
geführt. Eine solide humanistische Bildung ist aber das Fundament,
auf dem alles andere aufbaut, und nicht umgekehrt“, stellte Brückl
klar.
Der FPÖ-Bildungssprecher kündigte an, dass die Freiheitlichen
heute im parlamentarischen Bildungsausschuss einen Antrag einbringen
würden. Darin werde der NEOS-Bildungsminister aufgefordert, die
geplanten Kürzungen beim Fremdsprachenunterricht an österreichischen
Gymnasien umgehend zu stoppen und sicherzustellen, dass sowohl Latein
als auch die zweite lebende Fremdsprache weiterhin im bisherigen
Stundenausmaß als integrale Bestandteile des Lehrplans erhalten
bleiben. Ziel sei es, die Vermittlung von Sprachbewusstsein,
logischem Denken sowie kultureller und historischer Orientierung
nachhaltig abzusichern.