Eröffnung der Dauerausstellung „Geraubte Melodien – Provenienzforschung an der ub.mdw“

Wien (OTS) – Anlässlich des Internationalen Tages der
Provenienzforschung wird an
der Bibliothek der mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst
Wien am 08. April 2026 die Dauerausstellung „Geraubte Melodien –
Provenienzforschung an der ub.mdw“ eröffnet. Sie gibt Einblick in
bereits erforschte Bestände und deren ehemaligen Eigentümer_innen und
ist die erste permanente Ausstellung an einer österreichischen
Universitätsbibliothek, die sich diesem Thema widmet.

In vier Vitrinen werden Restitutionsfälle, die Biografien der
ehemaligen Besitzer_innen sowie Fälle präsentiert, die noch weiterer
Recherchen bedürfen. Die Provenienzforschung an der ub.mdw setzt mit
dieser Dauerausstellung ein aktives Zeichen der Erinnerungsarbeit und
historischen Aufarbeitung als Teil ihrer gesellschaftlichen
Verantwortung zur aktiven Erinnerungskultur.

Rektorin Ulrike Sych: „ Die Provenienzforschung an der mdw macht
sichtbar, dass auch Musikbestände eine Geschichte von Enteignung,
Verfolgung und Verlust in sich tragen können. Diese Dauerausstellung
ist deshalb mehr als ein Einblick in die Arbeit unserer Bibliothek:
Sie ist ein Beitrag zur historischen Aufarbeitung und zur aktiven
Erinnerungskultur an der mdw. Als Universität tragen wir
Verantwortung dafür, die Schicksale der früheren Eigentümer_innen
nicht aus dem Blick zu verlieren und dieses Wissen auch für künftige
Generationen zugänglich zu machen. “

Zwtl.: Erich Fischhof und Helene Herschel

Zu den präsentierten Fällen gehören Musiknotendrucke von Erich
Fischhof und Helene Herschel geb. Steiner. Der 1913 in Wien geborene
jüdische Tenor Erich Fischhof flüchtete 1938 aus Österreich und
musste seine Musiknotendrucke in Wien bei seinen Eltern zurücklassen.
Sein Vater Berthold starb 1942 und seine Mutter Julie wurde nach
ihrer Deportierung in das Ghetto Izbica ermordet. Über eine Schenkung
kamen Erich Fischhofs Musiknotendrucke an die Bibliothek.
Die am 22. April 1875 in Tarnów geborene Helene Herschel geb. Steiner
wurde vom NS-Regime ab März 1938 als Jüdin verfolgt. Als Pianistin
und Klavierpädagogin besaß sie Musiknotendrucke, vermutlich vor allem
Klavierstücke. Helene und ihr Ehemann Viktor Herschel wurden am 22.
Juli 1942 in das Ghetto Theresienstadt und von dort am 21. September
1942 in das Vernichtungslager Treblinka deportiert. Beiden wurden im
Holocaust ermordet. 2004 kamen die Notendrucke als Spende in den
Bestand der ub.mdw.

Seit 2025 besteht an der MDW ein gemeinsames Provenienzforschungs
-Projekt von Archiv, Bibliothek und IMI (Institut für
Musikwissenschaft und Interpretationsforschung). Es widmet sich
derzeit der Überprüfung der Bibliotheksbestände der ub.mdw.

Zwtl.: Details zur Veranstaltung:

Datum: 08.04.2026
Ort: Lesesaal der ub.mdw, Anton von Webern Platz 1, 1030 Wien
Beginn: 11 Uhr
Begrüßung: Vizerektorin Barbara Strack-Hanisch, Bibliotheksleiter
Michael Staudinger
Input 1: „Erich Fischhof“ (Biografie: Jutta Fuchshuber, Briefe:
Kathrin Hui Gregorovič, Klavier: Chanda VanderHart)
Input 2: „Helene Herschel geb. Steiner“ (Biografie: Jutta Fuchshuber,
Briefe/Interview: Kathrin Hui Gregorovic, Musik: Chanda VanderHart)
Die Dauerausstellung „Geraubte Melodien – Provenienzforschung an der
ub.mdw“ ist zu Öffnungszeiten der Bibliothek zu besichtigen:
https://bibliothek.mdw.ac.at/

Eröffnung der Dauerausstellung „Geraubte Melodien –
Provenienzforschung an der ub.mdw“

Anlässlich des Internationalen Tages der Provenienzforschung wird an
der Bibliothek der mdw – Universität für Musik und darstellende
Kunst Wien am 08. April 2026 die Dauerausstellung „Geraubte Melodien
– Provenienzforschung an der ub.mdw“ eröffnet. Sie gibt Einblick in
bereits erforschte Bestände und deren ehemaligen Eigentümer_innen
und ist die erste permanente Ausstellung an einer österreichischen
Universitätsbibliothek, die sich diesem Thema widmet.
Begrüßung: Vizerektorin Barbara Strack-Hanisch, Bibliotheksleiter
Michael Staudinger
Input 1: „Erich Fischhof“ (Biografie: Jutta Fuchshuber, Briefe:
Kathrin Hui Gregorovič, Klavier: Chanda VanderHart)
Input 2: „Helene Herschel geb. Steiner“ (Biografie: Jutta
Fuchshuber, Briefe/Interview: Kathrin Hui Gregorovic, Musik: Chanda
VanderHart)

Datum: 8.4.2026, um 11:00 Uhr
Ort: Bibliothek der mdw – Universität für Musik und darstellende
Kunst Wien
Anton von Webern Platz 1, 1030 Wien
Url: https://bibliothek.mdw.ac.at/provenienzforschung/