Wien (OTS) – Die ÖGARI, Österreichische Gesellschaft für
Anästhesiologie,
Reanimation und Intensivmedizin, verleiht auch in diesem Jahr ihren
Medienpreis und würdigt damit zwei herausragende journalistische
Arbeiten, die komplexe medizinische und gesundheitspolitische Themen
fundiert, verantwortungsvoll und für eine breite Öffentlichkeit
verständlich aufbereiten.
Der ÖGARI-Medienpreis 2024 geht an Dr. Sylvia Unterdorfer für ihren
Beitrag zum Thema Sepsis im Mayrs Magazin vom 18. Dezember 2024 sowie
an Dr. Petra Tempfer und das Redaktionsteam der Wiener Zeitung für
den Artikel „Warum es immer weniger Organspenden gibt“ erschienen am
9. September 2024.
Zwtl.: Auszeichnung für exzellente Wissenschaftsjournalistik
Dr. Sylvia Unterdorfer, Absolventin der Publizistik- und
Kommunikationswissenschaften mit Nebenfach Kunstgeschichte, ist seit
vielen Jahren eine prägende Stimme im österreichischen
Wissenschaftsjournalismus. Bereits während ihres Studiums war sie
journalistisch im ORF-Landesstudio Kärnten sowie in der
Hörfunkredaktion Sport tätig. Nach ihrer Promotion arbeitete sie als
freie Mitarbeiterin der ORF-Hauptabteilung Wissenschaft (heute ORF
WISSEN) und verantwortet dort bis heute medizinisch-wissenschaftliche
Inhalte. Für ihre Arbeiten wurde sie bereits mit rund 20
Journalistenpreisen von verschiedenen ärztlichen Fachgesellschaften
ausgezeichnet.
In ihrem prämierten Beitrag beleuchtet sie die Sepsis auf
Intensivstationen und zeigt auf, wie künstliche Intelligenz künftig
helfen könnte, lebensbedrohliche Verläufe früher zu erkennen und
Therapien zu optimieren. »Sepsis ist eine der häufigsten
Todesursachen auf Intensivstationen und betrifft jedes Jahr
zehntausende Menschen in Österreich. Mich hat besonders interessiert,
welches Potenzial künstliche Intelligenz dabei hat, lebensbedrohliche
Verläufe früher zu erkennen und damit Therapien entscheidend zu
verbessern.«, so Sylvia Unterdorfer.
Zwtl.: Gesellschaftliche Relevanz und journalistische Tiefe
Dr. Petra Tempfer studierte Biologie mit Schwerpunkt
Paläontologie an der Universität Wien und war unter anderem am
Naturhistorischen Museum Wien tätig, bevor sie zur Wiener Zeitung
wechselte. Dort arbeitete sie in den Ressorts Chronik, Kultur, Wissen
sowie über viele Jahre in der Innenpolitik. Seit der Transformation
der Wiener Zeitung zu einem reinen Online-Medium widmet sie sich
verstärkt naturwissenschaftlichen und gesellschaftspolitischen Themen
– auch in Podcast-Formaten.
Ihr ausgezeichneter Beitrag zur rückläufigen Organspendebereitschaft
verbindet fundierte Recherche mit persönlicher Betroffenheit und der
gesellschaftlichen Einordnung eines oft tabuisierten Themas. Auslöser
waren der massive Einbruch der Organspenden während der Covid-19-
Pandemie sowie ein persönliches Erlebnis im Umfeld der Autorin: Ein
Freund verlor seinen Sohn durch eine Nachblutung nach einer
Mandeloperation; die Entscheidung zur Organspende fiel innerhalb
weniger Sekunden und wurde als einziger Trost empfunden. Petra
Tempfers Recherchen zeigen klar, dass sich die Situation seither
nicht verbessert hat.
»Beide ausgezeichneten Beiträge stehen exemplarisch für sorgfältige
Recherche, fachliche Kompetenz und journalistisches
Verantwortungsbewusstsein. Gerade komplexe medizinische Themen
erfordern nicht nur profundes Wissen, sondern auch die Fähigkeit,
gesellschaftliche und gesundheitspolitische Zusammenhänge
verständlich darzustellen.«, betont Prim. Priv.-Doz. Dr. Michael Zink
Präsident der ÖGARI. Die Auszeichnung wurde vom Vorstand einstimmig
beschlossen.
Zwtl.: Medienvielfalt stärken, unabhängigen Journalismus würdigen
Der ÖGARI-Medienpreis würdigt seit 2018 journalistische Arbeiten,
die sich in besonderer Weise mit den fünf Säulen der Fachgesellschaft
auseinandersetzen: klinische Anästhesiologie, Intensivmedizin,
Notfallmedizin, Schmerzmedizin und Palliativmedizin. Zentrale
Auswahlkriterien sind journalistische Qualität, inhaltliche Tiefe und
eine differenzierte Darstellung medizinischer Fragestellungen. Die
Preisträger:innen werden von der Fachgesellschaft nominiert; eine
Eigenbewerbung ist nicht vorgesehen.
»In Zeiten zunehmender Wissenschaftsskepsis ist es uns ein großes
Anliegen, seriöse und gut recherchierte Inhalte zu fördern.
Journalistinnen und Journalisten sind weit mehr als
Kommentator:innen. Sie sind zentrale Multiplikator:innen, die
medizinische Themen einordnen und in die Gesellschaft tragen.«, so
der Präsident der ÖGARI, Michael Zink abschließend.