Justizministerin Anna Sporrer verleiht Goldenes Ehrenzeichen an langjährigen Neustart-Geschäftsführer Christoph Koss

Wien (OTS) – Im Rahmen einer Festveranstaltung hat Justizministerin
Anna Sporrer
gestern dem langjährigen Geschäftsführer des Vereins NEUSTART, Dr.
Christoph Koss, im großen Festsaal des Bundesministeriums für Justiz,
das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich
verliehen. Koss ist seit fast 35 Jahren im Verein tätig und fungierte
seit 2012 als Geschäftsführer.

Im Rahmen der Ehrung hob die Justizministerin hervor, wie sich
das Verständnis über die Funktion von Strafe in den letzten
Jahrzehnten verändert hat: „Ein moderner Rechtsstaat zeigt seine
wahre Stärke darin, dass er auch jene nicht aufgibt, die vom Weg
abgekommen sind. Es waren Persönlichkeiten wie Dr. Koss, die hier in
den letzten Jahrzehnten zu einem notwendigen Umdenken in der Justiz
beigetragen haben. Resozialisierung ist kein Zusatzangebot, sondern
der zentrale Sicherheitsfaktor für unsere Gesellschaft. Jeder Mensch,
der mit neuen Perspektiven aus dem Strafvollzug in die Gesellschaft
zurückkehrt, findet nicht nur für sich selbst Chancen, sondern ist
ein Gewinn für uns alle.“

Justizministerin Anna Sporrer würdigte besonders Dr. Koss Einsatz
für die Bewährungshilfe und den Umgang mit jugendlichen
Straftäter:innen: „Dr. Christoph Koss hat über Jahrzehnte
eindrucksvoll gezeigt, dass Sicherheit nicht durch Strafe entsteht,
sondern durch Begleitung, Dialog und die echte Chance auf
Veränderung. Mit seinem unerschütterlichen Glauben an das Potenzial
jedes einzelnen Menschen hat er die justiznahe Sozialarbeit in
Österreich nachhaltig geprägt – immer mit dem Menschen im
Mittelpunkt.“

Die meisten Klient:innen von Neustart sind gesetzlich
verpflichtet, die Dienstleistungen des Vereins in Anspruch zu nehmen.
„Gerade in diesem Zwangskontext brauchen wir eine intensive
Rückkoppelung an die Menschenrechte“ , sagt Christoph Koss.
„Unabhängig von seiner Straftat hat ein Mensch Respekt und Chancen
verdient – diese Haltung ist mir sehr wichtig und sie prägt NEUSTART.
Deshalb ist die Organisation auch zu meiner beruflichen Heimat
geworden.“

Der Verein NEUSTART arbeitet seit 1957 im Bereich der justiznahen
Sozialarbeit, der Straffälligenhilfe (Bewährungshilfe,
Haftentlassenenhilfe), Opferhilfe und Prävention. Mit rund 1.600
haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist
NEUSTART eine der größten Non-Profit-Organisationen der
Sozialwirtschaft Österreichs. Die Finanzierung erfolgt zu rund 75
Prozent durch das Bundesministerium für Justiz. Mit Ende März 2026
tritt Dr. Christoph Koss in den Ruhestand; Alfred Kohlberger bleibt
Geschäftsführer für wirtschaftliche Angelegenheiten. Dr. Dina
Nachbaur folgt Dr. Christoph Koss als Geschäftsführerin für Soziale
Arbeit.