Wien (OTS) – „Zu viele müssen in überbelegten, feuchten, schimmligen
Wohnungen
leben. 22% sind Menschen mit Behinderungen oder Personen mit
psychischen Erkrankungen, chronische Krankheiten haben die Hälfte der
Betroffenen“, zitiert die Armutskonferenz die heute veröffentlichen
Sozialhilfedaten der Statistik Austria. In der öffentlichen Debatte
kommen all die Menschen jedoch nicht vor“, betont die Armutskonferenz
wie wichtig es ist, „genau hinzusehen“: Es gibt viele vergessene und
verschwiegene Probleme in der Sozialhilfe. Die Soforthilfe
funktioniert nicht, es gibt keine klare Definition von
Alleinerziehenden, die Wohnkosten sind nicht tragbar, Härtefallregeln
fehlen, Menschen mit Behinderungen wird ein selbstbestimmtes Leben
verweigert, Entscheidungsfristen am Amt sind zu lange und es treten
große Mängel im Vollzug auf“, so die Armutskonferenz.
„Wer von einer Reform der Sozialhilfe spricht, darf zu diesen
Missständen in den Bundesländern nicht schweigen. Zwischen den
Bundesländern ist ein gefährlicher Wettlauf entstanden: Wer zahlt am
wenigsten und schließt am effizientesten Menschen aus. „Wir müssen
die Armut bekämpfen nicht die Armen“, so die Armutskonferenz.
Der Großteil der Bezieher von Sozialhilfe, rund 60% (genau 57%)
können gar nicht arbeiten: Weil sie in Pension sind, eine chronische
Erkrankung oder eine Behinderung haben, Kinder und Angehörige pflegen
– oder selbst Kinder sind. Sie gehen in die Schule oder in den
Kindergarten, sind in Pension, leben mit Behinderungen bzw einer
schweren chronischen Krankheit oder sind in Pflegebetreuung. 35% der
Menschen in Sozialhilfe stehen dem Arbeitsmarkt zur Verfügung und
können arbeiten. Weitere 8% arbeiten bereits, ihr Job ist aber derart
miserabel bezahlt, dass es nicht reicht zum Leben und sie Zuzahlungen
aus der Sozialhilfe brauchen.