10 Jahre Naturschutzprogramm FLORA: Erfolgsgeschichte für Biodiversität im österreichischen Obst- und Gemüsebau

Wien (OTS) – Seit über einem Jahrzehnt setzt das Naturschutzprogramm
FLORA von
Blühendes Österreich – BILLA gemeinnützige Privatstiftung Maßstäbe
für eine nachhaltige und biodiversitätsfreundliche Landwirtschaft in
Österreich. Das Programm unterstützt landwirtschaftliche Betriebe im
Obst- und Gemüsebau bei der ökologischen Aufwertung ihrer Flächen,
die nicht unmittelbar für den Anbau genutzt werden. So werden
Lebensräume für hunderte Tier- und Pflanzenarten gesichert,
Biodiversität gestärkt und die Kulturlandschaft langfristig
resilienter gemacht. Bäuerinnen und Bauern werden bei Bewirtschaftung
und Erhalt von besonders gefährdeten Lebensräumen wie Magerwiesen,
Feuchtwiesen, Streuobstbeständen oder Ackerrandstrukturen sowie bei
der Anlage von neuen artenreichen Wiesen, Äckern und
Landschaftselementen unterstützt.

Ein ökologisches Monitoring für Flora und Fauna durch
Ingenieurbüros für Biologie zeigt die Wirkung: Auf den unterstützten
Flächen wurde ein deutlicher Arten- und Wertzuwachs bestätigt.
Mindestens ebenso bedeutsam ist der durch FLORA angestoßene,
verstärkte Biotopverbund von Flächen untereinander.

„ Durch die Unterstützung von Blühendes Österreich konnte ich
mein Engagement für den Naturschutz deutlich ausbauen und meine über
fünf Hektar wertvollen Mähwiesen erhalten “, erklärt Obstbauer und
FLORA-Partner Andreas List aus Kittenbach in der Steiermark, einer
der letzten Heuproduzenten in seiner Region.

Aktuell nehmen rund 50 landwirtschaftliche Betriebe aus den
Erzeugerorganisationen OPST Obst Partner Steiermark, EOS –
Erzeugerorganisation Steiermark und LGV Sonnengemüse am Programm
teil. Mit einer Flächenwirkung von knapp 100 Hektar leisten sie einen
wichtigen Beitrag zum Schutz der heimischen Artenvielfalt.

Insgesamt stellte Blühendes Österreich seit 2015 über Ꞓ 2 Mio.
für das Programm FLORA bereit. Damit konnten über 600 Hektar
naturschutzfachlich wertvolle Flächen österreichweit erhalten und
weiterentwickelt werden.

„ Unsere Bäuerinnen und Bauern erleben täglich, wie wichtig
Biodiversität für gesunde Böden und stabile Ernten ist. Auch im
intensiven Gemüsebau braucht es funktionierende Ökosysteme. FLORA
zeigt, dass gezielte Maßnahmen hier viel bewirken können “,
unterstreicht Josef Peck, Vorstand LGV Sonnengemüse.

Alle teilnehmenden Betriebe werden von Ökologe Dr. Klaus
Schrefler fachlich begleitet. Die Flächen werden wissenschaftlich
evaluiert und anhand des Österreichischen Biotoptypen-Katalogs
eingeordnet. Zudem werden die Betriebe in ihrem bereits bestehenden
Engagement wertschätzend bestärkt oder auch hinsichtlich möglicher
Biodiversitätsförderung beraten.

„ Bei FLORA liegt der primäre Fokus auf dem naturschutzfachlichen
Wert einer Fläche. Damit wird erreicht, dass naturschutzfachlich
hochwertige Biotoptypen, ungeachtet ihres oft eher geringen
landwirtschaftlichen Ertragswerts, einen „ökologischen Marktwert“
erhalten “, betont Gábor Wichmann, Geschäftsführer BirdLife
Österreich und Vorstandsmitglied Blühendes Österreich.

Zwtl.: Biodiversität trifft Wirtschaftlichkeit: FLORA-Apfelexkursion
in Heiligenkreuz

Unter dem Motto „Biodiversität trifft Wirtschaftlichkeit“ fand am
Apfelhof von Andreas List in Heiligenkreuz eine Betriebsbesichtigung
im Rahmen des Naturschutzprogramms FLORA statt. Vertreter:innen aus
Landwirtschaft, Handel und Naturschutz diskutierten dabei, wie
ökologische Verantwortung und wirtschaftliche Tragfähigkeit Hand in
Hand gehen können.

„ BILLA bestärkt mit Blühendes Österreich die steirischen
Apfelbäuerinnen und -bauern bei ihrem Einsatz für Naturschutz. 10
Jahre Naturschutzprogramm FLORA zeigt, dass BILLA und BirdLife eine
fundierte Kooperation mit der Landwirtschaft für mehr Biodiversität
geschaffen haben “, so Peter Gschiel, Vertriebsdirektor BILLA
Steiermark und Südburgenland.

„ Die Landwirt:innen benötigen nicht nur Wertschätzung, sondern
auch Wertschöpfung. Biodiversitätsmaßnahmen sind für gesunde
Lebensräume, etwa durch verbesserten Wurzelaufbau und höhere
Artenvielfalt, unerlässlich, müssen aber auch finanzierbar sein.
Besonders Klein- und Nebenerwerbsbäuer:innen, die auch schwierige
Flächen wie Hanglagen bewirtschaften, sind von großer Bedeutung. Sie
sichern Produktvielfalt, pflegen wertvolle Kulturlandschaften und
leisten einen wichtigen Beitrag zum Erhalt regionaler Identität “,
betont Maria Pein, Vizepräsidentin der Landwirtschaftskammer
Steiermark.

Manfred Kohlfürst, Obmann der österreichischen Erwerbsobstbauern
und FLORA-Partner, unterstreicht den Spagat zwischen ökologischer
Verantwortung und wirtschaftlichem Druck:

„ Der Wettbewerb im Obstbau ist hoch und erfordert für die
Wirtschaftlichkeit eine hohe Effizienz in Anbau und Verarbeitung. Die
Bewirtschaftung der Fläche sollte parallel mit Nachhaltigkeits- und
Naturschutzmaßnahmen erfolgen, nur so bleibt die Balance zwischen
Ökonomie und Ökologie erhalten. “

Hannes Schaffler, Geschäftsführer der Obst Partner Steiermark (
OPST), ergänzt:
„ Nachhaltigkeit ist bei Konsument:innen oft nicht sichtbar. Viele
ökologische Leistungen finden im Hintergrund statt. Umso wichtiger
ist es, den Mehrwert von Biodiversitätsmaßnahmen stärker zu
kommunizieren und sichtbar zu machen. Denn nur, was verstanden und
wahrgenommen wird, kann auch Wertschätzung erfahren. “