Wien (OTS) – „Was ich befürchtet habe, ist leider eingetreten. Das
Justizministerium verschiebt den Start des Vollbetriebs der
Jugendstrafanstalt Münnichplatz schon wieder. Zuerst hieß es 2024,
dann Anfang 2025, dann Sommer – die Liste der Vertröstungen ist lang.
Jetzt hält auch der zuletzt genannte Termin mit Ende dieses Jahres
nicht. Nun wird der Vollbetrieb offenbar im Lauf des ersten Quartals
2026 geplant. Auch wenn wir es erwartet haben, bleibt es doch eine
Enttäuschung“, hält Volksanwältin Gaby Schwarz zu einer
entsprechenden Stellungnahme des Justizministeriums in der gestrigen
ZiB2 fest.
„Ich appelliere an das zuständige Justizministerium endlich ein
realistisches Projektmanagement einzurichten, damit die Jugendlichen
und auch das Personal nicht ständig falschen Erwartungen ausgesetzt
sind“, so die Volksanwältin, die ihre Kritik durch die Position der
Jugendanwaltschaft bestätigt sieht. „Dass die Bedingungen für die
Jugendlichen in der permanent überfüllten Justizanstalt Josefstadt
nicht ideal sind, ist seit langem bekannt. Die Jugendstrafanstalt
Gerasdorf hätte nicht geschlossen werden dürfen, bevor der
Münnichplatz fertig ist“, verweist Gaby Schwarz auf die Ergebnisse
des amtswegigen Prüfverfahrens der Volksanwaltschaft.