Weltnichtraucher:innentag 2026: Neue Nikotinprodukte stellen Prävention vor neue Herausforderungen

Wien (OTS) – Der diesjährige Weltnichtraucher:innentag am 31. Mai
steht unter dem
Motto „Den Reiz entlarven – Nikotin- und Tabakabhängigkeit
bekämpfen“. Während das klassische Rauchen insbesondere bei Kindern
und Jugendlichen in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen
ist, nimmt der Konsum neuer Nikotinprodukte wie E-Zigaretten,
Nikotinbeutel oder Tabakerhitzer zu. Die aktuellen Zahlen zeigen: Die
Tabakprävention steht vor neuen Herausforderungen.

„Der Weltnichtraucher:innentag erinnert uns daran, dass Tabak-
und Nikotinkonsum nach wie vor zu den größten vermeidbaren
Gesundheitsrisiken zählen. Besonders besorgniserregend ist, dass neue
Nikotinprodukte häufig gezielt junge Menschen ansprechen. Prävention,
Aufklärung und ein wirksamer Jugendschutz bleiben daher zentrale
Aufgaben einer verantwortungsvollen Gesundheitspolitik“, betont
Gesundheitsministerin Korinna Schumann.

Die Bundesregierung hat deshalb in den vergangenen Monaten
wichtige Schritte gesetzt, um den Umgang mit neuen Nikotinprodukten
zeitgemäß zu regulieren und ein hohes Schutzniveau für Konsument,
insbesondere für Kinder und Jugendliche, sicherzustellen.

„Die Entwicklung zeigt klar, dass sich Suchtprävention nicht mehr
nur auf klassische Zigaretten konzentrieren kann. Neue Produkte
werden oft als moderne Lifestyle-Produkte vermarktet, bergen aber
ebenfalls ein hohes Suchtpotenzial. Unser Ziel ist es, Jugendliche
bestmöglich zu schützen und gleichzeitig für klare und
nachvollziehbare Regeln auf einem sich rasch verändernden Markt zu
sorgen“, erklärt Staatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig.

Zwtl.: Aktuelle Zahlen aus Österreich

Laut den aktuellsten Erhebungen rauchen in Österreich derzeit
rund 20 bis 21 Prozent der Bevölkerung täglich Zigaretten. Damit
liegt Österreich weiterhin leicht über dem EU-Durchschnitt von 19
Prozent.

Gleichzeitig gewinnen neue Nikotinprodukte zunehmend an
Bedeutung. Bereits 5,8 Prozent der Österreicher:innen konsumieren
täglich E-Zigaretten, E-Shishas oder E-Pfeifen. Rund 2 Prozent nutzen
täglich oder fast täglich Tabakerhitzer, etwa 1 Prozent
Nikotinbeutel. Weitere 1,6 Prozent greifen regelmäßig zu rauchfreien
Tabakerzeugnissen wie Kautabak, Schnupftabak oder Snus.

Besonders deutlich zeigt sich die Entwicklung bei Jugendlichen.
Zwar hat sich die Rauchprävalenz bei Kindern und Jugendlichen seit
2002 mehr als halbiert, dennoch liegt Österreich im europäischen
Vergleich weiterhin über dem Durchschnitt.

Aktuell rauchen 4 bis 6 Prozent der 15-Jährigen täglich
Zigaretten. Gleichzeitig konsumieren bereits 3 bis 6 Prozent täglich
Nikotinbeutel. Bei E-Zigaretten liegen die Werte je nach Erhebung
zwischen 1,5 und 8 Prozent. Damit werden neue Nikotinprodukte von
Jugendlichen mittlerweile teilweise gleich häufig oder häufiger
genutzt als klassische Zigaretten.

Fachleute sehen darin einen Hinweis darauf, dass viele dieser
Produkte als moderne Lifestyle-Produkte wahrgenommen werden.
Gleichzeitig erfolgt gerade in jungen Jahren häufig der Einstieg in
suchtbezogenes Verhalten.

Auch international ist die Entwicklung besorgniserregend: Laut
Weltgesundheitsorganisation nutzen weltweit mindestens 40 Millionen
Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 13 und 15 Jahren
Tabakprodukte. Darüber hinaus konsumieren mindestens 15 Millionen
Jugendliche E-Zigaretten.

Zwtl.: Klare Regeln für neue Nikotinprodukte

Die zunehmende Verbreitung neuer Nikotinprodukte stellt
Prävention und Jugendschutz vor neue Herausforderungen. Die
Bundesregierung hat deshalb eine umfassende Novelle des Tabak- und
Nichtraucher:innenschutzgesetzes auf den Weg gebracht, die noch heuer
in Kraft treten soll. Ziel ist es, bestehende Regelungslücken zu
schließen und insbesondere Kinder und Jugendliche besser vor den
Risiken einer Nikotinabhängigkeit zu schützen.

Künftig werden Nikotinbeutel („Pouches“) und nikotinhaltige E-
Liquids ausschließlich über das Tabakmonopol vertrieben. Damit gelten
für diese Produkte dieselben strengen Regeln wie für klassische
Zigaretten: Verkauf nur in Trafiken, strenge Alterskontrollen sowie
umfassende Werbe- und Sponsoringbeschränkungen. Gleichzeitig werden
die Produkte vollständig in die Tabakbesteuerung integriert.

Ein weiterer Schwerpunkt der Reform ist das Verbot von Einweg-E-
Zigaretten mit Ende 2026. Diese Produkte erfreuen sich insbesondere
bei Jugendlichen großer Beliebtheit und werden häufig über süße
Aromen, auffällige Verpackungen und Social-Media-Kampagnen
vermarktet. Gleichzeitig verursachen sie erhebliche Umweltbelastungen
und stellen durch die enthaltenen Lithiumbatterien ein wachsendes
Problem für die Abfallwirtschaft dar.

Darüber hinaus werden öffentliche Spielplätze besser geschützt.
Künftig wird das Wegwerfen von Tabakprodukten und verwandten
Erzeugnissen auf Spielplätzen untersagt. Gemeinden erhalten zudem die
Möglichkeit, weitergehende Maßnahmen zum Schutz von Kindern und
Jugendlichen zu setzen.

„Mit der Novelle des Tabak- und Nichtraucher:innenschutzgesetzes
schaffen wir klare Regeln für neue Nikotinprodukte. Gerade Kinder und
Jugendliche müssen vor Produkten geschützt werden, die gezielt als
Lifestyle-Angebote vermarktet werden, tatsächlich aber ein hohes
Suchtpotenzial haben. Prävention und Jugendschutz müssen mit den
Entwicklungen am Markt Schritt halten“, betont Gesundheitsministerin
Korinna Schumann.

Staatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig ergänzt:
„Nikotinbeutel, Einweg-E-Zigaretten und andere neue Produkte sind
keine harmlosen Trends. Deshalb schließen wir bestehende
Regelungslücken, stärken den Jugendschutz und sorgen für klare
Spielregeln auf einem Markt, der sich in den vergangenen Jahren
rasant verändert hat. Gesundheitsschutz muss immer Vorrang vor
wirtschaftlichen Interessen haben.“